Lagebericht zum Hilfskonvoi des FFW am 05. und 06. März 2022 und zur Unterbringung von traumatisierten Frauen und ihren Kindern aus der Ukraine

Hilfskonvoi Frauenförderwerk Dresden - Copyright Anne Dittmer
Voll bis unters Dach
Transporter des vom FFW initiierten Hilfskonvoi

Seit der Meldung der Invasion russischer Truppen in das Gebiet der benachbarten Ukraine am 24.02.22 überlegte das Team des Frauenförderwerkes Dresden e. V., welche Maßnahmen angebracht sind und von uns unternommen werden könnten, um Hilfe zu leisten. Vor dem Hintergrund der sich mehr und mehr abzeichnenden humanitären Notlage, die sich angesichts rasant anwachsender Flüchtlingsströme aus der Ukraine in die Nachbarländer, vor allem nach Polen und in die Slowakei, abzeichnete, startete Grit Jandura, Leiterin des Frauenförderwerkes Dresden e. V., am 1. März zunächst einen Spendenaufruf für Hilfsgüter des täglichen Bedarfs, um ankommende Flüchtlinge mit dem Notwendigsten zu versorgen.

Die Gedanken kreisten zunächst darum, ankommende Frauen und Kinder an einem zentralen Ort in Dresden aufnehmen und sie dort für die erste Zeit nach der Flucht beherbergen zu können. Schnell wurde dem berstenden Team klar, dass wir mehr tun wollen. Die Spendenbereitschaft lokaler Akteure war überwältigend groß, so dass die Idee schnell reifte, mit einem Hilfskonvoi bestehend aus 15 Fahrzeugen, selbst an die polnisch-ukrainische Grenze zu fahren, um Hilfsgüter dahin zu bringen, wo diese dringend benötigt werden.

Der vom Frauenförderwerk Dresden e. V. organisierte Hilfskonvoi bestand aus Kleinbussen (Fahrzeugen aus Dresden und Umgebung sowie russischen und ukrainischen Fahrzeugen + zwei angemieteten Transportern) und startete am Samstag früh, 6.03.22 um 5:30 Uhr. Es handelte sich um einen stillen Transport, keinen öffentlichkeitswirksam kommunizierten Transport, d. h. dieser wurde nicht öffentlich (Website oder Social Media) beworben. Gegen 17:00 Uhr traf der Konvoi in Polen an einer sehr großen Sammelstelle für Hilfsgüter und ukrainische Flüchtlinge ein. Dort konnten die Fahrerinnen und Fahrer beobachten, wie im Minutentakt Busse vom nahegelegenen Bahnhof ankamen, um ukrainische Flüchtlinge zwecks Registrierung in diese Art Erstaufnahmeeinrichtung zu bringen. Deshalb war klar, dass die Transporter nicht leer nach Sachsen zurückfuhren!

In einem ersten Fazit stellt Frau Jandura fest: „Diese erste Welle der Flüchtenden erschien organisiert, viele hatten Ziele in Westeuropa (Verwandte, Bekannte, Freunde) und versuchten, diese zu erreichen. Mit einer zweiten Welle wesentlich unorganisierterer Flüchtender, die weder wissen, wohin sie wollen, noch wie dies zu bewerkstelligen sei, ist zu rechnen. Diese benötigen umso mehr Hilfe, insbesondere in Form von Begleitung und Betreuung.“

Außerdem beschrieb Frau Jandura die Situation an der ukrainisch-polnischen Grenze so, dass die meisten Ukrainer*innen aktuell in Grenznähe bleiben wollen. Sie hegen die Hoffnung, bald wieder in ihr Heimatland zurückkehren zu können. Viele Fake-News der genutzten Social-Media-Kanäle verunsichern die mutigen Frauen, die sich allein mit ihren Kindern auf den langen Weg der Flucht begeben haben.

Mit dem ersten Hilfskonvoi gelangten 55 Personen in sichere Obhut, weitere 45 Menschen konnten durch private Spenden in einer vom Frauenförderwerk angemieteten Unterkunft erstversorgt werden. Die traumatisierten Frauen haben hier Zeit, ihre Gedanken zu ordnen, sich vom Stress der Flucht zu erholen, die ersten Schritte im Rahmen des Erlernens der deutschen Sprache zu gehen. Mit Unterstützung des Teams der Beratungsstelle Fleischer, Träger der freien Jugendhilfe, und unserem Netzwerk aus den hier ansässigen Muttersprachlerinnen beginnen die Mütter Ängste ab- und Vertrauen aufzubauen, sich zu orientieren und langsam vorauszuschauen. Einige von ihnen setzten bereits ihren Weg nach Westeuropa fort.

Für die Unterbringung in den nächsten Tagen benötigt das Frauenförderwerk Dresden e. V. finanzielle Mittel.

Spenden Sie Tagessätze!

Eine Mutter/Tag 60 €.

Spendenkonto

Frauenförderwerk e. V.
Bank für Sozialwirtschaft AG
IBAN: DE79 3702 0500 0003 6624 00
BIC: BFSWDE33DRE

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Verwendungszweck: Frauennothilfe

Weitere Informationen zur Verwendung der Spendengelder folgen!

Allen Unterstützer*innen herzlichen Dank!! Nur durch die Solidarität und den Zusammenhalt aller Kulturen ist dies möglich!

Grit Jandura
Projektkoordinatorin