8. März – Aktionstag für die Gleichberechtigung der Frauen

Kämpfen statt Kaffeekränzchen

Frauen an den Herd - Bild von Oberholster Venita auf Pixabay
Rolle rückwärts – zurück an den Herd???

Seit über 100 Jahren gibt es ihn, den internationalen Frauentag, Aktionstag für die Gleichberechtigung der Frauen. Viel hat sich inzwischen zum Positiven verändert, aber längst nicht genug, wie der Equal Pay Day zeigt. Auch in der Pandemie wird die Ungleichbehandlung von Frauen deutlich. Oft blieben vor allem die Mütter zu Hause und kümmerten sich um die Kinderbetreuung aufgrund geschlossener Kitas und Schulen. Frauen reduzierten häufiger ihre Arbeitszeit; tradierte Rollenbilder drohen sich wieder zu verfestigen, denn auch ohne Pandemie wuppen besonders Frauen den Familienalltag, pflegen Angehörige, bekommen dafür kaum Anerkennung und stecken oft während ihres kompletten Berufslebens in der Teilzeitfalle. Am Ende droht die Altersarmut.

Frauen müssen für ihre Rechte kämpfen, für Männer sind sie selbstverständlich da. Deshalb wird an diesem Tag weltweit auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht. Der Tag soll die bisherigen Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung feiern und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf bestehende Diskriminierungen und Ungleichheiten richten. Und er will dazu ermutigen, sich für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen.

Medikamente beispielsweise sind auf den Männerkörper zugeschnitten, Frauen bekommen die gleichen Verabreichungen – das Thema wird erst jetzt langsam erforscht, ebenso unterschiedliche Verläufe und Symptome von Krankheiten wie Herzinfarkt. Statistisch sterben wesentlich mehr Frauen an einem solchen, weil er anders verläuft als bei Männern und einfach nicht erkannt wird. Damit nicht genug: Sicherheitseinrichtungen in Autos nehmen den „Standardmann“ als Maß, Frauen ziehen sich bei Unfällen oft viel gravierendere Verletzungen zu.

Feminismus und Solidarität sind keine antiquierten Begriffe

Mehr denn je brauchen wir die Demonstrationen, das Sichtbarmachen und die Aufmerksamkeit aller - für Frauen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen; Frauen, die unterdrückt und gefoltert werden, weil sie sich für die Rechte von Frauen einsetzen; Frauen, die in frauenfeindlichen Traditionen verhaftet sind, für alle Frauen, denen Leid geschieht und Ungerechtigkeit widerfährt.

In diesem Jahr steht der Internationale Frauentag unter dem Motto: „Break the Bias“ (deutsch: „Stoppt die Voreingenommenheit“). Für eine gerechtere und friedlichere Welt gehen Menschen heute weltweit auf die Straße.